Arbeitsgruppe
Synästhesie und drogenassoziierte Persönlichkeitsstörungen

 

Synästhesie ist mit einer Häufigkeit von fast 5 % eine eher seltene angeborene Verkoppelung von Sinnesqualitäten bei in der Regel neurologisch und psychisch vollkommen Gesunden und geht hypothetisch häufig mit vorteilhaften Eigenschaften in Bereichen der Kreativität, des Bewußtseins und des Charakters einher. Unabhängig von der Synästhesieforschung werden von der Arbeitsgruppe im klinischen Bereich Formen der Persönlichkeitsänderungen in Verbindung mit Drogenkonsum und deren Behandlungsmöglichkeiten untersucht. 

  
Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit verschiedenen Themen aus den Bereichen der Synästhesie als Grundlagenforschung. Besonderer Fokus liegt auf dem besseren Verständnis menschlichen Bewußtseins allgemein, möglicher Schutzfaktoren in Verbindung mit der Synästhesie und der Aufklärung über das nicht krankhafte Phänomen. Bis 2010 lag die Hauptverantwortung für die heroingestützte Behandlung Opiatabhängiger in der Arbeitsgruppe. Mittlerweile ist die Heroinbehandlung in die Regelversorgung und damit in den Bereich Sucht übergegangen. In den Untersuchungen beider Schwerpunktbereiche arbeiten medizinische, psychologische und biologische Doktoranden mit. 

   
Auch im Rahmen verschiedener nationaler und internationaler Kooperationen, u.a. mit Prof. S Bleich (MHH), Prof. H.D. Tröger & Dr. J. Teske (Rechtsmedizin MHH), D. Kaluza (Psychologie FU Berlin), Prof. I. McLawrie & Prof. A. McIntosh (Psychiatrische Universitätsklinik Edinburgh), Dr. Julia Simner (Psychologie Universität Edinburgh), Prof. E. Gonzalez (Psychologie Universität Granada), Dr. MJ de Cordoba & J. Salas (Kunstfakultät Universität Granada), PD Dr. T. Lücke (Neuropädiatrie mit Sozialpädiatrie, Ruhr-Uni Bochum) werden verschiedene Studien zu den beiden Themengebieten durchgeführt.

 

Aktuell laufende Studien beschäftigen sich u.a. mit folgenden Themen:

 

  • Evaluation der Phänomenologie und der Häufigkeit der Synästhesie 

  • Significance of emotion in the hyperconnected brain 

  • Verständnis der Synästhesie - fMRI, DTi, EKP 

  • Strukturelle Unterschiede des synästhetischen Gehirns bei OLP 

  • Traumverhalten bei Synästhesie - Klarträumen, Wahrträumen 

  • Protektive Faktoren der Synästhesie

  • Sexuelle Trance bei Synästhesie und Orgasmussynästhesien

  • Synästhesie bei Kindern 

  • Spezifische Persönlichkeitsmerkmale von Synästhetikern 

  • Identitätsprozesse bei Synästhetikern 

  • Synästhetisches Bewußtsein in der künstlerischen Gestaltung 

  • Kognitive Einflüsse unterschiedlicher Substitutionsstrategien 

  • Nachweisbarkeit von Cannabis in Blut und Haar 

  • Antikonvulsiva in der Behandlung drogenassoziierter Persönlichkeitsstörunge

Medizinische Hochschule Hannover

Klinik für Psychiatrie & Psychotherapie

www.mh-hannover.de

Medizinische Hochschule Hannover

Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie

https://www.mh-hannover.de/psychosomatik.html